Reportage Hamburg
Picus

Frank Rumpf

Reportage Hamburg

Frank Rumpf

Reportage
Hamburg

In der Haifischbar brennt noch Licht

Picus Verlag Wien

In Erinnerung an Marie Hüllenkremer,
die mich nach Hamburg schickte

Copyright © 2011 Picus Verlag Ges.m.b.H., Wien
Alle Rechte vorbehalten
Grafische Gestaltung: Dorothea Löcker, Wien
Umschlagabbildung: © Werner OTTO
Datenkonvertierung E-Book: Nakadake, Wien
ISBN 978-3-7117-5004-4
Dieses E-Book ist urheberrechtlich geschützt

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[9]Alles am Fluss

Hamburg hat seine Liebe zum Wasser wiederentdeckt.
Ein Rundgang durch die neue Hafencity, in der sich nicht nur spektakuläre Bauten ausbreiten

Nein, man kann nicht sagen, in der Hafencity sei kein Leben. Wir sitzen in einem gläsernen Bistro am Großen Grasbrook und löffeln Cappuccinoschaum. An der Theke bestellt ein Trio rotwangiger Abiturienten auf Schulausflug grüne Limonade und Muffins. Draußen auf der Straße schleppen Bauarbeiter Leitungsrohre und Farbeimer zum matt schimmernden Büroturm der neuen Deutschlandzentrale von Kühne & Nagel. Touristen bleiben stehen und schießen Fotos. Ein Anzugträger, schmales Handy am Ohr, tritt aus einer Tür, lädt seinen Rollenkoffer in den Kofferraum eines schwarzen VW-Beetle und fährt davon. An diesem Mittwochvormittag wirkt die Hafencity, Hamburgs großes Zukunftsprojekt, belebt, bewohnt, begehrt. Die Unkenrufe über das »Tristesse-Viertel« hinter der Speicherstadt, die »Totgeburt an der Elbe«, scheinen überholt.

»Was nützt die Liebe in Gedanken?« überschrieb die Frankfurter Allgemeine Zeitung im Dezember 2007 ein Zwischenfazit über die Hafencity. Unter der zweifelnden Zeile, ein geliehener Filmtitel, kam der Text zu dem Ergebnis, dass die boxenartigen Neubauten einen schweren Stand haben werden gegen die benachbarte Speicherstadt mit ihrem Ensemble [10]aus proportionierten Erkern, Türmchen und kupfergrünen Dächern aus dem späten 19. Jahrhundert.

Der Befund gilt noch heute, ein paar Jahre später, in denen sich die Reihen auf der riesigen Baustelle am Fluss weiter schließen. Die Geometrie aus Glas und Stahl wirkt fremd, kühl und überdesignt, wie Exponate einer Ausstellung, eine Musterhaussiedlung am Autobahnrand. Kein Ambiente jedenfalls, das Harmonie ausstrahlt, in dem man sich spontan wohlfühlt.

Allerdings war auch kein Idealismus, irgendeine Liebe in Gedanken, Geburtshelfer des Projekts. Bei dem Retortenkind am Hafenrand, das mit hundertsiebenundfünfzig Hektar – Wasserflächen eingerechnet – fünfzehn Mal größer ist als der Potsdamer Platz in Berlin, ging es zunächst nicht um bessere Stadtarchitektur, sondern um ein Kompensationsgeschäft nach hanseatischer Art. Damit der Hamburger Hafen konkurrenzfähig bleiben konnte, baute die Hamburger Hafen und Logistik AG, der städtische Hafenbetreiber, ein neues Containerterminal in Altenwerder. Um wiederum diesen Ausbau zu finanzieren, sollten die brachliegenden Flächen hinter der Speicherstadt zu Geld gemacht werden.

Ursprünglich plante dort der Stromerzeuger HEW ein Kohlekraftwerk. So wenig interessant erschien zunächst das Gelände, das heute als innerstädtisches »Filetstück« vermarktet wird. Doch mit Designerwohnungen und Büros, überlegte man, wäre mehr zu verdienen als mit industrieller Nutzung. Also verkündete der sozialdemokratische Bürgermeister Henning Voscherau im September [11]1997 ziemlich plötzlich und unerwartet das Projekt Hafencity als größten innerstädtischen Entwicklungsauftrag in Europa seit den Londoner Docklands. Tada! So entstehen in Hamburg Visionen.

Wir lassen den Cappuccino stehen und begeben uns auf einen Rundgang. Rechts ein Bäcker mit plattdeutschem Namen und eine Filiale der Hamburger Sparkasse. Im Fenster drängt die Annonce eines Maklers zu raschem Handeln: »Die letzten bezahlbaren Eigentumswohnungen in der Hafencity!« Links die Treppen der Magellan-Terrassen, davor der Traditionsschiffhafen. Es riecht leicht brackig. Eine Handvoll Segelschiffe dümpelt wie bestellt und noch nicht abgeholt im trüben Elbwasser, die »Repsold«, die »Catarina«, die Rennjacht »Willow Wren«. Kein Mensch an Bord. Taue ordentlich aufgerollt, Kajüten verriegelt.

Vor dem Bankhaus Wölbern hält ein schnittiger Reisebus, heraus klettern weitere Touristen, dem Klang nach aus dem Schwäbischen. Es ist erstaunlich, welche Anziehungskraft Baustellen haben können. Eine der ersten Gaststätten am Ort war das »Carls« oben am Kaiserkai, ein Ableger des Luxushotels Louis C. Jacob aus den Elbvororten. Auf einer Tagung im Souterrain wurden die Teilnehmer immer wieder aus den Powerpoint-Vorträgen gerissen, weil Flaneure ihre Nasen gegen die Fensterscheiben pressten. Und junge Familien ihre Kinderwagen durch die Sandhaufen wuchteten, um von allen Seiten einen Blick auf den Neuling zu werfen.

Eine Klammer aus Gebäuden umschließt inzwischen den kleinen Hafen, hier ist die Hafencity [12]schon fast fertig. Alle Bauten sind groß, wenige ragen heraus: am Sandtorkai das Büro- und Wohnhaus Harbour Cube, die containerartige Europazentrale von China Shipping. Am Kaiserkai gegenüber das cremefarbene Wohn- und Gastronomiehaus des Grazer Architektenbüros LOVE mit Balkonen wie Rankhilfen für Riesenblumen. Schräg dahinter, zum benachbarten Grasbrookhafen ausgerichtet, das verschachtelte Yoo-Haus, dessen Innendesign vom unvermeidlichen Franzosen Philippe Starck stammt und von dem es Kopien auch in New York und Dubai gibt. Eine hundert Quadratmeter große Mietwohnung mit indonesischem Parkett und Hochglanzküche darin kostet zweitausendeinhundert Euro monatlich, kalt natürlich. Kein Schnäppchen.

Von »Hau-Ruck-Moderne« sprach die FAZ, von »Würfelhusten am Wasser« der Hamburger Architekt Hadi Teherani, eine Anleihe bei seinem Kollegen Volkwin Marg von Gerkan, Marg und Partner, der sich bereits früher mit diesem Wort über die Neigung der Hanseaten zu großklotzigem Häuserbau wunderte (wofür auch der Erweiterungsbau der Kunsthalle an der Außenalster ein Beispiel ist). Bei der Ortsbesichtigung versteht man auf Anhieb, was die Kritiker meinten: eng gestellte wuchtige Kästen, ein unruhiges Sammelsurium an Kurven, Quadraten und Winkeln in Rot, Gelb und Weiß.

Gerettet wird die fehlende Grundmelodie aber durch einen versöhnlichen Schlussakkord: die Elbphilharmonie auf dem Kaispeicher A am Ende der Landzunge des Kaiserkais, noch bewacht von vier neunzig Meter hohen Kränen.

[13]Es war eine mutige Idee, die Spitze des neuen Viertels von Herzog & de Meuron gestalten zu lassen. Von den Basler Architekten stammen ruhmreiche Großbauten wie die Erweiterung der Tate Gallery in London, das grandiose Vogelnest-Stadion für die Olympischen Spiele in Peking, die markante Allianz-Arena in München. Ein internationaler Stil, der gleichermaßen originell und subtil ist, den aber kaum jemand bisher mit klassischem hanseatischen Understatement in Verbindung gebracht hätte.

Mutig bleibt die Idee bis heute, da sich Bauzeit und Kosten der Elbphilharmonie ausgedehnt haben wie ein Ölfleck auf Flusswasser. Angeblich lag es an einem überstürzten Ausschreibungsverfahren. Ein Gutteil des Geldes wird aus Bürgerspenden aufgebracht, dreihundertdreiundzwanzig Millionen Euro betrug der zuletzt genannte Preis, geplant waren hundertvierzehn Millionen, fast eine Verdreifachung. Es rollten Köpfe, der Bürgermeister war nicht amüsiert. Doch wenn die Elbphilharmonie nur annähernd so schön wird, wie die Pläne und bisherigen Arbeiten vermuten lassen, wird der Michel als Wahrzeichen Hamburgs eine ernsthafte Konkurrenz bekommen.

Den Neubau erdet als Fundament ein entkernter Kaispeicher aus den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts mit schießschartenartigen Fenstern in braunroten Mauern, auf den man direkt zusteuert, wenn man die Elbe Richtung Hafen hinauffährt. In ihm lagerte Stückgut wie Kaffee und Kakao, das von den elbseitig anlegenden Frachtschiffen verladen wurde. Mit der Umstellung auf Containerabfertigung wurde der Speicher jedoch [14]schon kurze Zeit nach seiner Errichtung überflüssig. Die Schweizer Architekten entschieden, den Kasten nicht abzureißen, wie eigentlich jedermann erwartet hätte, sondern eine riesige gläserne Welle auf ihn zu setzen. Hundert Meter hoch wird sie schwappen und achtzigtausend Tonnen schwer sein, aber leicht und strahlend wirken wie der wogende Fluss an einem heiteren Sommertag.

Nach Fertigstellung im Mai 2012 wird die Elbphilharmonie ein Parkhaus, ein Luxushotel, fünfundvierzig Wohnungen und zwei Konzertsäle beherbergen. Der kleine Saal wird fünfhundert Zuhörer fassen, der große zweitausendeinhundertfünfzig und aus zwei ineinander gelegten Betonschalen bestehen, die federnd gelagert und vollkommen schalldicht sind; die Bühne befindet sich mitten im Raum, das Publikum sitzt wie in einem Amphitheater im Kreis um sie herum.

Die Hafencity ist allerdings nicht nur ein Kompensationsgeschäft, ihr Ursprung eine Wirtschaftlichkeitsrechnung, sie ist auch eine städtebauliche Notwendigkeit. Denn nicht Berlin wächst wie kaum eine andere deutsche Großstadt, sondern Hamburg. Während die Hauptstadt zuletzt mal Zugewinne, mal Rückgänge zu verbuchen hatte, legt die Elbmetropole seit zehn Jahren beständig an Bevölkerung zu, ohne viel Aufhebens darum zu machen. Inzwischen leben in ihr fast 1,8 Millionen Menschen. Mit der Hafencity ist Platz im Herzen der Stadt geschaffen worden, das Wachstum muss sich nicht mehr auf die Ränder konzentrieren. Bis 2025 werden hier fünftausendfünfhundert Wohnungen für zwölftausend Menschen und vierzigtausend [15]Arbeitsplätze entstanden sein, eine neue kleine Stadt.

Von den Magellan-Terrassen sind es gerade einmal achthundert Meter bis zum Rathaus und zur Einkaufsmeile Mönckebergstraße. Rollt 2012 erst die neue U-Bahn-Linie 4, für die mit hohen Kosten eine Röhre dreißig Meter tief durch die Erde gebohrt wird, gelangt man binnen drei Minuten zum Jungfernstieg.

Hamburgs Rückkehr zum Fluss ist kühn und klug und wird sich irgendwann vielleicht als großes Glück erweisen, neu ist die Idee indes nicht. Mit der Umwandlung der Docklands im Hafen von London wurde bereits Anfang der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts begonnen. Noch früher entschied sich die amerikanische Ostküstenstadt Baltimore dazu, die Industriebrache in ihrem Inner Harbor in eine gefällige Einkaufs- und Touristenmeile umzuwandeln, Wassertaxis statt Frachtschiffe fahren dort nun hin und her, am Ufer verspeisen Tagesausflügler feiste Taschenkrebse aus der Chesapeake Bay. Ähnliches haben das australische Sydney mit Darling Harbour und Düsseldorf mit dem Medienhafen am Rhein vollzogen.

Tatsächlich ist flussnahes Wohnen inzwischen so populär geworden, dass darüber vergessen wird, wie der Trend lange Zeit genau umgekehrt verlief: Die Leute zogen weg von der Hafenkante, sobald sie es sich leisten konnten. Keine feuchten Fundamente mehr, keine Ratten im Keller, kein Modergeruch vor der Haustür. In Hamburg war die Elbe stets der dreckige Arbeitsfluss, die sanfte Alster hingegen das Ziel der Arrivierten.

[16]Die örtlichen Immobilienfirmen schüren die neue Sehnsucht nach dem Leben am Fluss mit skrupelloser Maklerlyrik: »Ocean’s End« und »Elb Elysium« heißen die Gebäude in der Hafencity. Illustre Fantasienamen, die Bilder wecken von romantischen Uferspaziergängen im Abendlicht und sanft plätschernden Wellen, die den überreizten Homo urbanus in den Schlaf singen. Allerdings liegt die Hafencity im Gegensatz zu den Docklands von London in einem aktiven Welthafen, in dem Tag und Nacht gearbeitet wird. Schon manch neuer Besitzer einer schicken Designerwohnung am Wasserrand musste unversehens die Erfahrung machen, dass er statt Wellenrauschen das Rumpeln der Container hört, dass statt abendlicher Restsonne gelbes Flutlicht von den Kaianlagen herüberstrahlt und keine frische Brise durch die Fenster weht, sondern der tranige Geruch von Dieselmotoren. Vom Hochwasser bei Sturmflut noch gar nicht gesprochen: Um ein Absaufen zu verhindern, beginnen die Wohnebenen erst siebeneinhalb Meter über Normalnull, alle tiefer gelegenen Geschosse und Ladengeschäfte sind mit schweren Fluttoren versehen, weil ein Eindeichen des Areals zu teuer gewesen wäre.

Ortsfremde seien grundsätzlich gewarnt: Ocean’s End ist eine kühne Bezeichnung für jedwede Art von Immobilie in Hamburg. Die Stadt liegt eben nicht am Meer, sondern im Binnenland. Zur Nordsee sind es hundertzwanzig Kilometer, zur Ostsee immerhin noch achtzig.

»Ich würde da nicht hinwollen«, sagt ein Hamburger Schiffskapitän über die Hafencity, »wäre mir viel zu laut.«

[17]Andere wollen schon. Tausendfünfhundert Menschen sind inzwischen hingezogen, ein Achtel des geplanten Ziels. Noch in der Mehrzahl gut Situierte, Mitglieder der oberen Mittelschicht. Medienleute, Anwälte, Geschäftsführer, die das Besondere suchen und es sich leisten können. Zu siebenundzwanzig Prozent FDP-Wähler, wie Die Zeit herausfand. Doch so homogen soll es nicht bleiben. Die Baugenossenschaft Bergedorf-Bille ist zentral am Kaiserkai vertreten und bietet ihren Mitgliedern zweiundvierzig günstige Wohnungen zu Mietpreisen ab knapp unter zehn Euro pro Quadratmeter. Sie waren lange vor Fertigstellung vergeben. Weitere Projekte dieser Art werden folgen, auch private Baugemeinschaften werden unterstützt.

Damit das Publikumsinteresse hoch bleibt, nachdem die Baustellentouristen abgezogen sind, soll die Elbphilharmonie von mehreren öffentlichen Attraktionen flankiert werden. Das Internationale Maritime Museum im Kaispeicher B hat bereits eröffnet, in ihm ist auf zehn Etagen die Privatsammlung des ehemaligen Springer-Chefs Peter Tamm untergekommen. Eine Hafencity-Universität ist geplant, ein Science Center nach einem Entwurf von Rem Koolhaas am Magdeburger Hafen, ein Einzelhandelsviertel im Überseequartier, Parks und Grünanlagen. Gestrichen wurde aus Geldmangel allerdings ein Aquarium, das dem Science Center angeschlossen werden sollte. Die Finanzkrise ist auch an der Hafencity nicht spurlos vorübergegangen.

In ihrer Liebe zum Wasser bleiben die Hamburger gleichwohl unerschütterlich. Und das gilt nicht allein für die Hafencity. Schon immer war man an [18]der Elbe schiffsbegeistert, doch der Zuspruch, den neuerdings fast jeder Luxuskreuzer auf Stippvisite findet, ist bemerkenswert. Zweihunderttausend Menschen säumen die Ufer, wenn die »Queen Mary 2« einläuft, die Taufen der »AIDA«-Schiffe sind Großveranstaltungen mit Feuerwerk. Immer mehr Kapitäne wollen sich in Hamburg einen rauschenden Applaus abholen. Fast hundert Kreuzfahrtschiffe trafen zuletzt pro Jahr ein; hat erst einmal das zweite Cruise Terminal in Altona den vollen Betrieb aufgenommen, werden es mehr als hundertzwanzig sein, im Schnitt an jedem dritten Tag eines. Rechnet man noch den Erfolg der Elbmeile hinter dem Fischmarkt als neues Szenequartier hinzu, die gut besuchten Strandbars, allen voran die Mutter aller Beachklubs, die Strandperle in Övelgönne, kann man guten Gewissens behaupten: In Hamburg ist alles am Fluss.

Mit einer Art von Zuspruch in der Hafencity haben jedoch selbst versierte Kenner der Waterkant nicht gerechnet. Je mehr Häuser entstehen, desto mehr wächst auch die Zahl der Spinnen. Die insektenreichen Ufer ziehen sie an. »Ist ja ekelig«, schrieb schon die Bild-Zeitung, »Spinnen-Alarm in der feinen Hafencity!«

Das Problem ist nicht gänzlich unbekannt. Auch die Bewohner am Blankeneser Elbhang klauben jeden Sommer die Netze vieler Spinnen von ihren Balkongittern. Im grünen Blankenese gibt es aber ausreichend Vögel, die natürlichen Feinde der Spinnen, sodass sich die Plage in Grenzen hält. In der Stein- und Glaslandschaft der Hafencity sind Vögel hingegen rar, in den Winkeln der Gebäudewürfel [19]fühlen sich Spinnen zudem besonders wohl. Bis zu hundert Achtbeiner pro Quadratmeter hat eine Biologin am Sandtorkai gezählt. Einige so groß wie eine Zwei-Euro-Münze. Da kann man fast von Heimsuchung sprechen. Die Wissenschaftlerin schreibt jetzt über das Phänomen eine Doktorarbeit.

Die Anwohner reagieren pragmatisch, tauschen Tipps, wie man die ungebetenen Gäste wieder loswird. Vielleicht mit spinnenvertilgenden Geckos, schlug Michael Kleesmann, Herausgeber der Hafencity-News vor. Andere Ratschläge verraten viel über die bisherige Klientel des Neubaugebiets sowie die Art ihrer Küchenausstattung. Zum »Abflämmen« der Spinnen riet ein Mann seinen Nachbarn. Und: Nehmen Sie dazu »den Crème-brulée-Brenner«.

Nein, man kann nicht sagen, in der Hafencity sei kein Leben.