Besonders schöne Hundemärchen aus aller Welt

Tobias Koch

Impressum

Besonders schöne Hundemärchen aus aller Welt

Copyright © 2016 Tobias Koch

1. Auflage 2016

Verlag: Bookwire www.bookwire.com

ISBN: 978-3-9375-4559-2

 

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Tobias Koch
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Vorwort

Ihren feinen Spürnasen entgeht wirklich nichts: Hunde sind nicht nur wahre Meister im Auffinden verborgener Schätze, auch wenn ihr Herrchen oder Frauchen Kummer haben, merken sie es sofort. Denn nicht umsonst sagt man, der Hund sei der beste Freund des Menschen. Diese elf Hundemärchen aus aller Welt sind ganz dem vielseitigen Charakter der liebenswürdigen Vierbeiner gewidmet. Ob als mutiger Beschützer einer Schafsherde, tollpatschiger Weggefährte des Kojoten oder treuer Freund, der seinem Besitzer stets beisteht – jeder Hund ist einzigartig. Ebenso wie die Legenden, die sich die Menschen von überall her über ihre vierbeinigen Freunde erzählen.

Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Die Versammlung der Tiere (Indonesien)
Der Bräutigam als Jagdhund (Vietnam)
Von den Beiden, die die Bäume zum Blühen brachten (Japan)
Wie Hund und Katze Feinde wurden (China)
Seitdem verstanden sich die Beiden noch besser (Rumänien)
Warum Hunde nicht weinen – und auch nicht lügen können. (Nigeria)
Treue wird belohnt (Südamerika)
Das Testament des Hundes (Persien)
Bei den Menschen ist es besser (Griechenland)
Warum Hundenasen und Frauenfüße immer kalt sind (England)
Wie Hunde gute Schwimmer wurden (Cheyenne)
Anhang: Hörprobe
Anhang: Booklet
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Die Versammlung der Tiere (Indonesien)

Man erzählt sich, dass in alten Zeiten alle Tiere in Freundschaft miteinander lebten. Ein Tier war der Freund jedes anderen Tieres und keines fraß das andere auf. Damals gab es keine Feindschaft zwischen ihnen, und außerdem gab es genug zu fressen für Alle.

Wie es der Brauch so wollte, so sollte eines Tages eine Versammlung aller Tiere abgehalten werden. Alle Tiere nahmen teil, um über das allgemeine Wohlergehen zu beraten. An jenem Tag waren schon fast alle Tiere am Versammlungsort erschienen.

Nur das Dromedar ließ sich noch nicht blicken. Alle wussten, dass das Dromedar ein gemütlicher Zeitgenosse war und sie warteten geduldig. Man wartete und wartete, aber es kam immer noch nicht. Damals war der Löwe der gütige König der Tiere und er befürchtete, dass dem verträumten Dromedar etwas zugestoßen sein könnte. Deshalb erbat er von den anwesenden Tieren Unterstützung.

Eines von ihnen sollte sich doch bereit erklären, das Dromedar her zu geleiten. Der Hund, der wusste, dass er schnell laufen und gut riechen konnte, besann sich nicht lange, sondern rief: „Ich werde das Dromedar schnell finden und herholen.“ Weil er sich aber nicht so genau an das Tier erinnerte, erkundigte er sich noch nach dessen Aussehen. Die Tiere erklärten ihm, dass das Besondere am Dromedar der eine große Höcker auf dem Rücken sei. Darauf lief der Hund flink los, um das Dromedar herbeizuholen.

Mittlerweile war auch die Katze eilig auf dem Weg zum Versammlungsort, denn sie wusste, dass sie sich bereits verspätet hatte. Gerade dachte sie daran, dass man sie wohl schon längst erwarten würde. Da erschrak sie, weil der Hund so plötzlich bei einem Dickicht ihren Weg kreuzte. Der rannte nämlich auch schnell, so wie sie selbst, der aber, um das Dromedar zu suchen.

Vor Schreck blieb die Katze sofort ganz still stehen und buckelte ihren Rücken hoch auf. Der Hund dachte beim Anblick des Katzenbuckels, dies sei der große Höcker. Daher hielt er die Katze für das Dromedar und packte sie eifrig. Dann eilte er schnell mit ihr zusammen zum Versammlungsort.

Als sie aber dort ankamen, staunten alle Tiere sehr, denn wer da in Begleitung des Hundes ankam, das war ja nicht das Dromedar, sondern die Katze.

Die versammelten Tiere konnten ihr Vergnügen über die Verwechslung nicht verbergen und wälzten sich auf dem Boden vor Lachen. Der Hund wunderte sich, dass er ausgelacht wurde und fragte: „Warum lacht ihr denn?“

Der Löwe erklärte ihm: „Du hast nicht das Dromedar hergebracht, sondern die Katze! Sieh sie doch an! Sie hat ja keinen Höcker!“ Der Hund betrachtete die Katze ganz genau und tatsächlich bemerkte er keinen Höcker mehr. Er knurrte vor Ärger und wollte die Katze packen. Die aber war auf der Hut. Als sie den Hund knurren hörte, war sie schon auf dem Sprung. Der Hund flitzte der Katze hinterher, aber er erwischte sie nicht.

Auf ihrer wilden Jagd überholten sie dann im Wald das echte Dromedar. Der Hund hielt inne und die Katze sauste weiter.

„Da bist du ja, du dameliges Dromedar“, rief er. Das Dromedar schaute auf, denn es hatte gerade seine Lieblingsspeise entdeckt und aß genüsslich.

„Wir müssen schnell zur großen Versammlung. Komm, wir nehmen deine Pflanze mit.“ Damit war das Dromedar einverstanden. Und es lief dem Hund, der die leckere Lieblingspflanze ausgerissen hatte und im Maul mit sich trug, einfach hinterher zur Versammlung.

Die Katze aber war wieder einmal zu spät.

Das Testament des Hundes (Persien)

Ein Hund lebte sein gesamtes Leben lang im Hause seines großzügigen, liebevollen Herrn.

Er hatte ihm lange Jahre hindurch das Haus treu und redlich bewacht. Und der Mann hatte es ihm immer mit Respekt gedankt.