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Fräulein Doktor im Kaiserreich


Fräulein Doktor im Kaiserreich

Die Lebensgeschichte der Franziska Tiburtius
1. Aufl.

von: Barbara Sichtermann, Ingo Rose

12,99 €

Verlag: Osburg
Format: PDF
Veröffentl.: 27.01.2024
ISBN/EAN: 9783955103521
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 288

Dieses eBook enthält ein Wasserzeichen.

Beschreibungen

Eines weiß sie genau, als sie heranwächst: Heiraten will das Mädchen von der Insel Rügen auf keinen Fall, der große Bruder Carl genügt ihr als Vertrauter. Franziska Tiburtius will alles wissen und selbst für ihren Unterhalt sorgen. Also wird sie Lehrerin. Carl aber meint, dass mehr in ihr steckt. Er ist Arzt und schickt die Schwester zum Medizinstudium nach Zürich. Denn in Deutschland sind Frauen an den Universitäten nicht zugelassen. Franziska besteht das Examen und promoviert, dann geht sie mit ihrer Studienkollegin Emilie Lehmus nach Berlin, um dort im Jahre 1877 die erste von Frauen betriebene Arztpraxis in Deutschland aufzumachen.
Der Weg der Doktorin Tiburtius war ein Hindernislauf. Die Welt der Akademiker in Zürich und die der Mediziner in Berlin ist nicht für Frauen gemacht, ja, Weibsleut sind dort unerwünscht. Beharrlich, mutig und energisch erstreiten Franziska und Emilie für sich selbst und für alle, die nach ihnen kommen, einen Platz in Praxis und Geschichte der Medizin. Arme Patientinnen werden bei ihnen umsonst behandelt, sehen sich die Doktorinnen doch auch als pflichtbewusste Helferinnen der Armen in ihrer Not.
Mit der Frauenbewegung, die damals entsteht, hat Franziska indessen zunächst gar nichts im Sinn. Die Vereinsmeierei und die lauten Töne missfallen der konservativen Dame. Aber sie lernt dazu und versteht eines Tages: Ohne die Solidarität der Frauen kommt sie nicht weiter. Mit den großen um die Gleichberechtigung kämpfenden Persönlichkeiten im Kaiser­reich, Hedwig Dohm, Helene Lange, Lina Morgenstern und Minna Cauer, schließt sie Freundschaft.
Barbara Sichtermann,
geboren 1943, studierte in Berlin Sozialwissenschaften und Volkswirtschaftslehre. Seit 1978 ist sie freie Publizistin und Schriftstellerin. Sowohl in Essays als auch in ihren Sachbuchveröffentlichungen schreibt sie auf sehr eigenwillige und undogmatische Weise u. a. über das Thema Frauenemanzipation. Sie war 25 Jahre lang Jurorin des Grimme-Preises und von 2010 bis 2012 Jurorin des Hauptstadtkulturfonds. 2015 erhielt Barbara Sichtermann den Theodor-Wolff-Preis für ihr Lebenswerk. Bei Osburg erschienen Agatha Christie. Eine Biografie (2020), Mary Shelley (2022) und zusammen mit Ingo Rose Der
blaue Vorhang. Isadora Duncan (2021).

Ingo Rose,
geboren 1963 in Wolfsburg, lebt seit fast vierzig Jahren in Berlin und schreibt seit zwanzig Jahren Bücher mit seiner Lebensgefährtin Barbara Sichtermann. Außerdem arbeitet er in der Erwachsenenbildung.

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