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Herstellung, Satz, Lektorat, Korrektorat: Papierverzierer Verlag

Cover: Legendary Fangirl Design // Tina Köpke


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ISBN 978-3-95962-931-7


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Andrea Bienek

DAS WUNSCHDESASTER




Inhalt


Wünsch dir was!


Sams Leben könnte nicht schlimmer sein. Er hasst seinen Job, ist mit sich unzufrieden, und seine große Liebe Kristie hat kein Interesse an ihm. Aus all dem Frust sucht er eine Auszeit und trifft dabei auf den Naturgeist Siourissa, der auf all seine Probleme eine Lösung zu haben scheint. Er schenkt ihm eine Wunschmachine, die ihm all seine materiellen Wünsche erfüllt.


Nur wie weit wird Sam gehen, um das Herz seiner großen Liebe für sich zu gewinnen? Ist Liebe käuflich, und wie ehrlich ist sie dann noch?


Autorin Andrea Bienek spielt hier gekonnt mit Hauffs Märchen in einer faszinierenden Darstellung und vor einer völlig neuartigen Kulisse.



Weitere Informationen zur Autorin finden sie am Ende des Buches.




 Andrea Bienek

 



Andrea Bienek ist ein Herbstkind der frühen 70er, deren Leben von Anfang an aus Geschichten bestand. Zunächst gemalt und erzählt, wurden sie später zu krakeligen Worten und schließlich zu kurzen bis ausschweifenden Texten. Nach Ausflügen in die Musik, Fotografie und Malerei beschloss sie, das „Handwerk“ zum Schreiben zu erlernen und belegte ein mehrjähriges Fernstudium. Seit 2010 veröffentlicht sie unaufhörlich Geschichten in unterschiedli-chen Genres.


Kapitel 11



Sechs Jahre später


Die Raumstation war vom Feinsten. Sie hatten Bedienstete, die ihre Felder bestellten, sich um die Tiere kümmerten und dafür sorgten, dass es ihnen an nichts fehlte. Sie besaßen einen Hangar voll von Gleitern, die für jedwede Laune zur Verfügung standen, und egal, was sie sich wünschten, Sam beschaffte es.

Zunächst konnte er sich hin und wieder an Kristies Lächeln erfreuen, in ihren Zärtlichkeiten schwelgen, genoss die Tage, die sie zusammen verbrachten. 

Doch das Gefühl schwand.

Viel zu bald war ihr Leben ein ständiges Einerlei, selbst der Sex war fade und ihr Lächeln ging ihm auf den Nerv. Das durfte so nicht weitergehen.

Sie saßen sich am Frühstückstisch gegenüber, neben ihnen, ein gewaltiges Panoramafenster mit Blick auf die Erde, den Mond und die umliegenden Raumstationen. Auch die Boje hätte er von dort aus sehen können, doch er beachtete sie nicht. Hochkonzentriert schaute er auf die Darstellung vor seinen Augen, auf der Börsenkurse, Tagesnachrichten und Wettervorhersagen blinkten.

»Lass uns reisen«, schlug er unvermittelt vor.

»Redest du mit mir?«, gab Kristie verwundert wieder.

»Mit wem denn sonst?«

»Mit deiner Zeitung?«

Ihr genervter Tonfall reizte ihn. Ärgerlich wischte er durch die Darstellung, die daraufhin verschwand. »Sei nicht albern«, brummte er und schnitt mit dem Handlaser sein Brötchen auf. Pillen wären ihm lieber gewesen, doch Kristie bestand auf echtes Essen. Sie war der Ansicht, das wäre bekömmlicher, schmackhafter und fördere das Körpergefühl. Um nicht mit ihr diskutieren zu müssen, hatte er nachgegeben. Befriedigend war es nicht.

»Du redest doch sonst nicht mit mir. Daran ist gar nichts albern!«

Er war diese Kinkerlitzchen leid. »Jetzt tue ich es aber und frage dich etwas. Also, was hältst du von der Idee?«

Schweigen.

Mit einem genervten Seufzen schaute er auf. Kristie saß ihm gegenüber, die Ellbogen auf dem Tisch und das Kinn auf ihre Handballen gestützt. Ihr Blick war auf ihn gerichtet, die Augen dunkel, die Stirn gerunzelt. Sie trug ein luftiges Sommerkleid, mit Trägern aus Spitze, die ihr Dekolleté betonten und die Ansätze ihrer noch immer knackigen Brüste freigaben. 

Sechs Jahre war es her, seitdem er sie das erste Mal in den Händen hatte halten dürfen – und zuletzt vor ungefähr anderthalb Jahren. Er vermisste die Dinger nicht. Auch wenn Kristies Körper noch immer der eines Supermodels war, ihn zu berühren verlockte ihn längst nicht mehr. Die Frau hätte auch auf den Mond auswandern können. Er war lediglich mit ihr zusammen, weil sie die Raumstation, ihre Firma, sowie die Geschäfte am Laufen hielt und ihm ein komfortables Leben bot. Ihr Genörgel nervte und musste abgestellt werden. Daher sein Vorschlag. In der Zeitung hatte gestanden, dass Frauen so etwas gefiel und damit wieder frischer Wind in die Beziehung einziehen konnte, was Sam als dringend erforderlich empfand. Wäre Kristie glücklich, hätte er endlich wieder seine Ruhe.

»Was ist denn jetzt?«, fragte er barscher als gewollt.

Sie sah ihn noch immer an, ohne etwas zu erwidern.

»Wir könnten mit diesem Luxusliner – Elli, das Prospekt bitte – durch die Galaxien schippern.« Die Panoramafenster verdunkelten sich, statt der Aussicht ins All erschienen Bilder von Räumen und Mobiliar. Es waren virtuelle Darstellungen eines Gleiters, der die Form eines antiken Kreuzfahrtschiffes hatte. »Schau, es gibt alles, was wir bevorzugen: echte Swimmingpools, Kino, Musicals, Casinos, Tanzabende und Menschen mit ähnlichem Lebensstandard.« Er tippte die Bilder an, zoomte durch die Darstellungen. »Wir würden uns amüsieren! Na, was sagst du?«

»Ich frage mich, seit wann du das alles bevorzugst.« Ihr Tonfall war scharf. Das letzte Wort sprach sie gedehnt, als wäre es pure Ironie. »Wir haben noch nie miteinander getanzt. Unser Kino besuche ich mit der Belegschaft, aber nie mit dir, und Wasser scheust du, als würde es dir die Haut verätzen. Also, was willst du da?«

So sah sie ihn? Das klang, als wäre er ein Langweiler! Umso mehr sollte sie sich darüber freuen, dass er jetzt mit diesem Vorschlag kam. Dass er seine sauer verdienten Einheiten verschleudern wollte für unnütze Vergnügungen, sinnfreie Unternehmungen und ödes Geschwafel. Nur für sie! Dafür konnte er wenigstens etwas Dankbarkeit erwarten.

»Ich will dich glücklich machen«, rang er sich ab. »So, wie wir es vor ein paar Jahren waren.«

»Das war ja nicht von langer Dauer«, sagte sie seufzend, nahm den Kopf von den Händen und nestelte an den Falten ihres Rocks herum. »Ein Leben mit dir hatte ich mir anders vorgestellt.«

»Ich mir auch.«

»Und eine Reise soll daran etwas ändern?«

»Eine? Hunderte, wenn du willst!« Hoffentlich lächelte sie jetzt endlich.

Sie tat ihm den Gefallen, wenn auch mit hängenden Mundwinkeln. »Dann buche, Liebster. Lass es uns versuchen.«


***


Zwei Jahre reisten sie von Galaxie zu Galaxie, unternahmen Luxusfahrten, Spezialtouren, besuchten Sehenswürdigkeiten, kämpften sich durch Abenteuerurlaube. Nichts davon berührte ihn. Nichts machte ihm Freude, alles fühlte sich gleich an. Langsam begriff er, auf was er sich eingelassen hatte, als er die Gabe der Kiste für sich zu nutzen begann. Er hatte kein Herz mehr. In seiner Brust schlug ein Stein.

Die Nacht war kühl, dennoch schwitzte er. Die seidigen Laken klebten an seiner Haut, fesselten ihn. Wann immer er dabei war, einzuschlafen und sich zur Seite zu wälzen, hinderten sie ihn. Wut stieg in ihm auf, er zerrte an dem hauchdünnen Stoff bis er zerriss. Das weckte Kristie.

»Gib Ruhe«, murmelte sie.

»Diese bekloppten Laken, die du ausgesucht hast, rauben mir noch den letzten Nerv!«, polterte er los. »Warum Seide? Die Körperfaser ist viel angenehmer, da muss ich nicht schwitzen. Außerdem wickelt sie sich nie um einen herum!«

»Ach, Sam«, sagte sie verschlafen. Sich auf die Seite drehend schaute sie ihn aus verquollenen Augen an. »Die Körperfaser ist künstlich und außerdem computergesteuert. Das kann für die Haut nicht geeignet sein.«

»Deswegen gibt es sie auch seit Jahrzehnten«, zischte er. »Und wird selbst in den Heilhäusern eingesetzt, weil sie so widernatürlich ist.« Der Hohn in seiner Stimme war deutlich hörbar. »Aber mein Weib weiß es ja besser. Das Technik-Genie, das die eigene Arbeit verteufelt und stattdessen einen auf Öko-Strunze macht.«

»Du bist zu wenig unter Menschen. Ansonsten wüsstest du über die Folgen Bescheid!«, hielt sie dagegen, stützte sich auf die Ellbogen. »In den Heilhäusern wird sie nur benutzt, weil sie antibakteriell ist und genau das ist für die natürliche Körperchemie auf Dauer schädlich! Muss ich dir das wirklich erklären?«

»Bloß nicht«, knurrte Sam. Ihre Monologe konnte sie sich sparen. Überhaupt wäre es ihm lieber, sie hielte die Klappe.

»Apropos unter Menschen! Jabba und Celina wollen uns besuchen kommen.«

»Die Schnorrer.«

»Wie redest du denn von unseren Freunden?«

»Pah!«

»Also wirklich, Sam. Jabba war nicht nur dein Kollege, sondern auch dein bester Kumpel! Wie oft hat er dich außerplanmäßig abgelöst, oder mit dir den Dienst getauscht?«

»Mikki war mein Kumpel und der hat auch nichts getaugt. Geh zu ihnen. Wo ist das Problem?«

»Sam, bitte. Wir vereinsamen!«

Nun stemmte er sich auf die Ellbogen, funkelte sie aus zusammengekniffenen Augen an. »Unsere Insel ist voll von Menschen. Ich kann nicht einmal zwischen den Feldern spazieren gehen, ohne über einen von ihnen zu stolpern! Da brauchst du nicht noch welche einladen!«

»Ich erfriere in deiner Gegenwart!« Sie setzte sich auf, verknotete die Finger.

»Besorg dir ein Heizkissen«, erwiderte er und stand auf. Mit eiligen Schritten durchquerte er den Raum.

»Bar!« Die Wand glitt nach oben weg und aus dem Hohlraum dahinter fuhr eine lange geschwungene Holztheke heraus. Das Licht flammte auf und brach sich in dutzenden von Gläsern in unterschiedlichen Formen und Farben, Kristall bis milchig. Unter ihnen befand sich eine Reihe randvoll befüllter Flaschen.

Die Beine über die Bettkante baumelnd, wickelte Kristie sich in ihr Laken und stand auf. Trippelnd folgte sie ihm. »Was ist so furchtbar daran, wenn wir Besuch bekommen?«

»Sie kosten mich Einheiten.«

»Ach komm schon, Sam. Wir haben genug!«

»Heißt das im Umkehrschluss, dass wir sie bewirten müssen, sie abfüllen, und wenn sie sich bekleckern, wir ihnen auch noch Wechselklamotten mitgeben?« Eins der Gläser klirrte leise, als er es sich schnappte. Mit der anderen Hand packte er eine Flasche und riss mit den Zähnen den Korken herunter. Ohne aufzuschauen, spuckte er ihn Kristie entgegen. »Letztens hast du ihnen sogar einen der Gleiter geschenkt. Was sollte das?«

»Ihrer war defekt. Warum auch nicht? Wir haben schließlich genug.«

»Sie hätten ihn reparieren lassen können.«

»Du weißt, was Jabba verdient.«

»Nicht mein Problem.« Er setzte sich das Glas an die Lippen und trank es in einem Zug leer. »Ah«, seufzte er behaglich, legte den Kopf in den Nacken und schenkte dann direkt nach. »Du weißt auch, welchen Preis ich für all diese Dinge zu zahlen habe.«

»Meine Firma wirft genug ab!«

»Meine Firma«, korrigierte er sie harsch. »Dir gehört hier nichts, gar nichts.«

Er sah nicht, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen, wie sie zurückwich und die Finger an die bebenden Lippen hob. Er sah nur das randvoll gefüllte Glas in seinen Händen und spürte, wie ihm das Wasser im Munde zusammenlief. In einem Zug stürzte er das selbst gebraute Methan-Ethanol-Wodka-Gemisch hinunter, schluckte langsam und genussvoll. Ja, darauf hatte er schon immer gestanden. Gleich würde er betrunken sein und fliegen können. Die Wirkung ließ nicht lange auf sich warten. In seiner Brust wurde es warm. Ein Gefühl, dass er nur noch verspürte, wenn er sich volllaufen ließ.

»Und ich dachte, was dein ist, ist auch mein«, hauchte sie stockend.

»Das ist dein Fehler: Du denkst.«

Flatternd fiel das Laken zu Boden. Noch immer schaute Sam nicht auf.

»Du bist wirklich kalt wie Eis«, schluchzte sie.

»Heul doch!« Als ob sie das nicht bereits täte. Was hatte er angestellt, dass sie ihm schon wieder eine Szene machte? Alles hatte er für sie getan. Diese Raumstation, die sie ihre Insel getauft hatten – diese dusslige Taufe an sich war bereits der Hohn gewesen – und alles, was darauf war. Jeden noch so absurden Wunsch hatte er ihr erfüllt. Da konnte sie doch etwas Rücksicht auf ihn nehmen. Er wollte keinen Besuch, sollte sie zu den Schnorrern hinfliegen. Fertig! Aber nein, sie laberte ihn voll und fing auch noch an zu flennen. Weiber.

»Diese verfluchte Glaskiste hat dir alles genommen.«

»Sie hat uns das erst ermöglicht!«, brüllte er und breitete die Arme aus. Dieses undankbare Stück! Etwas von dem Flieg-Betrunken-Davon-Cocktail schwappte aus der Flasche. Auch das noch. Was für eine Verschwendung! Er knallte das Glas auf den Tisch, nahm ein, zwei, drei Schlucke direkt aus der Flasche.

»Ich würde alles eintauschen, gegen ein einfaches aber glückliches Leben mit dir!«, schrie sie. Mit einem Satz stand sie am Tresen, langte nach seiner Flasche, verfehlte sie. Er hatte sie mit einem weiten Schwung in Sicherheit gebracht. Wieder schwappte etwas von der Flüssigkeit zu Boden.

Wut kochte in ihm hoch. »Da siehst du, was du angestellt hast!«, brüllte er außer sich. »Wisch das sofort auf, sonst … sonst vergesse ich mich!«

»Ich weiß ohnehin nicht mehr, wer du bist«, murmelte sie traurig und blieb, wo sie war. Ihre Schultern sanken herab.

In Rage versetzt rannte Sam um die Theke herum und packte Kristie mit der freien Hand am Oberarm. Packte sie so fest, dass sie vor Schmerz aufschrie. Wutentbrannt begann er sie zu schütteln. Ihre Haare lösten sich aus dem Zopf, fielen ihr ins Gesicht, die bloßen Brüste wippten.

»Lass das, Sam, du tust mir weh!«

Doch Sam dachte nicht daran, aufzuhören. Er rüttelte Kristie härter, bis sogar der Kopf mitwackelte. Als sie drauf und dran war, umzufallen, hielt er inne, bis sie wieder fest stand, und nahm einen weiteren tiefen Schluck aus der Flasche. Mit einem Ruck versuchte Kristie sich loszureißen, aber vergeblich. Er hielt sie eisern im Griff. Doch dabei krachte ihm das Glas gegen die Zähne, Schmerz durchzuckte ihn bis in die Zehenspitzen, was seinen Zorn weiter anstachelte.

»Sam, bitte«, jammerte Kristie. Sie versuchte erneut, sich zu befreien, aber er war einfach zu kräftig.

»Du weißt nicht, wer ich bin?«, fauchte er. Seine Zunge wurde langsam schwer. »Weißt nicht, wer ich bin?« Er wollte noch fester zupacken, rutschte aber von ihrem Arm ab. Als er wieder zugriff, entwand sie sich ihm, weswegen er sie schubste.

»Du schläfst jede Nacht in meinem Bett, isst, was meine Leute angebaut haben. Ich war es, der dich aus deinem finsteren Loch geholt hat, aus der Armut und den Schulden.« Er stieß sie hart von sich. »Du hast mir deine Treue und Liebe geschworen, wolltest in guten wie in schlechten Zeiten an meiner Seite bleiben, dein Leben mit mir teilen! Und was machst du?« Er kam ihr hinterher. Der nächste Stoß warf sie gegen die Wand. Entsetzt stöhnte sie auf. »Bist undankbar, wirfst mit meinen Einheiten um dich, verschenkst sie an die Schnorrer und beleidigst mich Tag für Tag!« Drohend hob er die Flasche. »Du gehörst mir, mir allein! Das alles gehört mir! Ich könnte mir kaufen, was immer ich will – stattdessen habe ich meine Einheiten für dich ausgegeben. Ich bin deiner überdrüssig. Dein Genörgel geht mir auf die Nerven, du gehst mir auf die Nerven!«

Kristie sank an der Wand zusammen, rieb sich den Hinterkopf. »W-Was tust d-du, Sam?« Sie war leichenblass geworden.

»Isch bin es leid«, begann er zu lallen. Es sollte bedrohlich klingen, aber dafür war seine Zunge bereits zu schwer. Die Wirkung des Cocktails setzte hammerhart ein. »Isch habe g-genug von dir.« Ohne weiter nachzudenken, bückte er sich zu ihr herunter, packte sie am Hals und zerrte sie auf die Füße. Er holte mit der Flasche aus, brüllte: »Es … es reischt!«, und war drauf und dran ihr den Schädel einzuschlagen, da hörte er ein dröhnendes:

»STOOOOOPP!«

Es schien von überall her zu kommen. Hallend, als befände er sich im Gebirge. Verwundert ließ Sam die Flasche sinken. Kristie röchelte, schlug auf Sams Arm ein. Zögernd ließ er sie los.

Beim Umdrehen begann er zu schwanken, suchend blickte er umher, verengte die Augen. Es war ihm unmöglich, etwas zu fokussieren, sein Fliegercocktail hatte spitzenmäßige Arbeit geleistet.