IMPRESSUM

 

Gedichte, Reime und

Kurzgeschichten für Kinder

 

 

 

© 2014 die Rechte des Textes liegen bei Elke Steffen

&

Verlag:

 

 

 

 

 

 

Mondschein Corona – Verlag
Finisia Moschiano und Michael Kruschina GbR

Teckstraße. 26

73207 Plochingen

 

Lektorat:

 Katherina Ibeling

 

Zeichnungen:

Lena Loki

Elke Steffen

 

Covergestaltung

Finisia Moschiano

www.kunstfabrik-20136.webnode.com


 

 

 

 

Gedichte, Reime und

Kurzgeschichten für Kinder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Leon und der grüne Kobold

Leon träumte. Auf einer endlos grünen Wiese, weiter als der Horizont, schritt Leon immer weiter.

 

Es gab keinen Weg.

Das Gras kitzelte seine nackten Füße. Leon ließ den Blick schweifen. Überall herrschte ein sattes Grün, unterbrochen nur von vielen wilden Blumen, die in allen Farben blühten.

 

Die bunte Blumenwiese nahm kein Ende, egal, wo Leon auch hinschaute. Egal, ob nach Westen, Osten, Süden oder Norden. Leon war es egal. Er schaute nur fasziniert immer wieder umher. Wilde Bienen summten um die Blüten. Weiter und weiter lief Leon.

 

Wunderschön buntgezeichnete Schmetterlinge flogen um seinen Kopf. Leon blieb stehen und sah ihnen zu. Sie schwebten in der

Luft, verharrten und flogen dann zu den nächstgelegenen Blüten.

 

Leon sah ihnen zu, wie sie ihre Rüssel tief in die Blüten senkten, um den wilden süßen Nektar aufzunehmen. Dann lief er ein paar Schritte weiter. Er sah einen Baum weit entfernt. Sonnenstrahlen umhüllten ihn in sanftem Licht.

 

Leon wurde neugierig. Schnell lief er darauf zu. Dann hüpfte er von einem Bein aufs andere darauf zu und pfiff ein Lied dazu. Ja, Leon ging es gut. Er war glücklich und lachte leise vor sich hin.

Dann pfiff er weiter an seinem schönen Lied und fing an zu singen. Weithin war seine klare Stimme zu hören. Glockenhell klang ein wunderschönes Lied durch die Luft! Die Tiere verharrten und hörten ihm gebannt zu. Am Baum angelangt, staunte Leon nicht schlecht! Ein dicker Stamm, dunkelbraun mit tiefen Furchen, ganz runzlig sah er aus.

 

Leon versuchte ihn zu umarmen, aber dafür waren seine Arme doch zu kurz. Der Baum schien sehr alt zu sein! Leon hüpfte pfeifend einmal im Kreis um ihn herum. Dann legte er den Kopf in den Nacken und sah in die Krone.

Weit reichten die Äste in den Himmel! Boah, der alte Baum war sehr hoch! Angestrengt starrte Leon hinauf. Da bewegte sich doch was! Was war das? Leon kniff die Augen zusammen. Nichts regte sich mehr. Hm? Hatte er sich getäuscht? Leon hüpfte nochmal pfeifend eine Runde um den schönen alten Baum. Da raschelte hoch über ihm … Ja, was nur? Leon schritt ganz langsam um den Baum herum und schaute in die Krone. Stück für Stück nahm er die Krone regelrecht unter seine Lupe! Da – war etwas Grünes. Anders grün als die Blätter des Baumes! Hey, ja, es hatte sich doch gerade bewegt. Leon kratzte sich am Kopf, denn nun bewegte sich nichts mehr. Aber er ließ dieses

grüne Etwas nicht aus den Augen! Er stand still und starrte unentwegt darauf.

„Wer bist du denn?“, fragte dann eine fiepsige und doch knurrende Stimme aus dem Baum heraus.

Leon erschrak und sprang einen Schritt zurück.

„Du musst keine Angst haben. Ich bin`s doch nur!“, sagte die Stimme aus dem Baum heraus. Leon zitterte leicht, so hatte er sich doch erschrocken. Aber mutig trat er einen Schritt vor und sagte:

“ Wer bist du denn? Du doch nur? So jemanden kenne ich nicht!“ Den letzten Satz sagte er resolut und ganz bestimmt! In diesem Moment fiel eine grüne Gestalt aus dem Baum, genau vor Leons Füße.

Es war ein Kobold in grünem Gewand. Goldene Knöpfe zierten seine Jacke. Stiefel mit kleinen Glöckchen dran klimperten hell, als der Kobold sich mühsam wieder auf die Füße schaffte.

 

Leon lachte laut. Das sah aber auch zu komisch aus, wie dieser kleine Kerl sich abmühte. Der Kobold wollte gerade losschimpfen, besann sich aber gleich.

„Also, wie hast du mich gefunden?“, fragte er streng. „Menschen sollen mich eigentlich nicht sehen. Wenn ich mich nicht gar arg täusche, bist du doch ein Menschenkind, oder?“

Der Kobold machte einen Schritt auf Leon zu. Ganz genau musterte der Kobold nun Leon von oben nach unten. „Ja, klar bin ich ein Menschenkind. Ich bin Leon, bin 7 Jahre alt und gehe schon zur

Schule. Also bin ich schon recht groß!“, sagte Leon ganz selbstbewusst. „Ich weiß auch, dass du ein Kobold bist!“ sagte Leon weiter...“und Kobolde haben meist nur viel Blödsinn im Kopf. Meist spielen sie den Menschen doch wilde Streiche, stimmt's?“

Der Kobold wurde verlegen und trat wild von einem Fuß auf den anderen. Dabei klimperten die Glöckchen ganz laut.

„Hmmpffffff“, machte der Kobold nur und legte die Stirn in tiefe Falten.

„Was hast du denn?“ fragte Leon vorsichtig. „War ich zu frech zu dir? Bist du nun böse?“

 

„Nein, das ist es nicht!“, sagte der Kobold mit sorgenvollem Gesicht. „Weißt du, was das für ein Baum ist?“, fragte er weiter.

„Keine Ahnung, er ist auf jeden Fall schon uralt“ - meinte Leon.

„Oh ja, uralt ist er! Da hast du schonmal recht! Weißt du, das ist der Baum des Lebens! Hast du schonmal von ihm gehört?“, fragte der Kobold weiter.

„Ähm, nee, ich glaube nicht. Was ist denn ein Baum des Lebens?“, fragte Leon.

„Nicht ein Baum! Sondern der Baum des Lebens. Es gibt nur den einen und der ist wertvoller als alles auf der Welt!“

„Wieso? Es ist doch nur ein alter Baum!“, sagte Leon mit vorwurfsvollem Blick.

„Nein, es ist nicht nur ein alter Baum, sondern der Baum des Lebens. Aber das werde ich dir irgendwann mal genauer erklären müssen. Der eigentliche Grund, warum ich bei ihm war, ist,

dass der Baum des Lebens mir gesagt hat, dass er Durst hat. Seit etlichen Jahren ist niemand mehr gekommen um ihm Wasser zu bringen!“, sagte der Kobold.